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Independently Published
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ISBN-13: 9781095481967 ISBN-10: 1095481967Synopsis
Neun Geschichten über Berlin, Verlockungen und SirenengesangDie Geschichte von dem Ding im WaschkellerDie Geschichte von dem unterirdischen BunkerDie Geschichte von den VorbeifahrendenDie Geschichte von der Geburtstagsfeier, die nie stattfandDie Geschichte von dem Mann, der seine Angst besiegteDie Geschichte von der fremden Frau in der BadewanneDie Geschichte von dem Zug, dessen Ziel niemand kannteDie Geschichte von dem Mädchen, das für die Wissenschaft starbDie Geschichte von den beiden Männern, die beim Essen wehmütig wurdenHORROR STORIES umfasst einen Zyklus von Kurzgeschichtensammlungen. Das Genre ,,Horror" wird dabei weitläufig interpretiert; die Grenzen zu ,,Thriller", ,,Fantasy", "Mystery" und ,,Science-Fiction" bleiben fließend. Konzeptionell stellen die gesamten Buchtitel einen Bezug zur griechischen Mythologie her, die in ihrer Vielfalt dem Horrorgenre thematisch seit jeher reichlich Inspiration liefert.Leseprobe aus Die Einstein-Rosen-Brücke:Er beschloss, nicht mehr weiter auf dieses merkwürdige Ratespiel einzugehen, dafür nun aber endlich Antworten einzufordern, und zwar auf seine Fragen. ,,Wo kommen Sie her, wie sind Sie hier hereingekommen, und vor allem - wer sind Sie?", platzte es aus ihm heraus, eine Spur unhöflicher als beabsichtigt. Die Frau zuckte zusammen, und schon tat es ihm wieder leid. ,,Ich möchte doch nur wissen ...", begann er noch einmal, diesmal wesentlich leiser und in versöhnlichem Tonfall. ,,Ich ... kann es Ihnen nicht sagen", antwortete sie. ,,Ich nahm ein Bad ... ich war auf meinem Zimmer ... und morgen mache ich doch die große Reise." Bei den letzten Worten schien sie aus einem Traum zu erwachen. Erschrocken sah sie sich um, als suche sie nach einer Tür, die aus diesem Traum herausführte. ,,Die Reise", wiederholte sie, ,,ich ... ich darf die Abfahrt nicht verpassen. Wo, um alles in der Welt, bin ich hier? Wo sind meine Sachen?" Die Vorstellung, dass die fremde Frau eine weite Reise antreten und sich damit gleich schon wieder aus seinem Leben entfernen würde, missfiel Spencer auf einmal sehr. ,,Sie befinden sich in der Oxford Street, Hausnummer 43a", klärte er sie auf. ,,In Southampton, selbstverständlich." ,,Mon dieu, dem Himmel sei Dank." Die Frau entspannte sich zusehends. ,,Dann bin ich ja doch in meinem Hotel. Alles ist gut." Zum ersten Mal nahm sie die Tasse in die Hand und wagte einen Schluck von ihrem Tee. Spencer hielt es für nicht ausgeschlossen, dass sie den Verstand verloren hatte. ,,Sie sprechen nicht etwa vom Shepperton Hotel?", erkundigte er sich misstrauisch. ,,Das Shepperton - das meinen Sie doch nicht, oder?" Zuerst sah es so aus, als verstünde die Frau die Frage nicht, doch dann lächelte ihn zum ersten Mal an. Für Spencer war es das bezaubendste Lächeln, dem er je gegenüber gesessen hatte. ,,Doch, natürlich", erwiderte sie eifrig. ,,Shepperton ... genau davon spreche ich. Wenn Sie mich bitte zu meinem Zimmer begleiten könnten? Das wäre allerliebst." Spencer holte tief Luft und machte etwas, das zu tun er sich unter normalen Umständen niemals getraut hätte: Er legte seine Hand auf die Hand der Frau. Ihren ersten Impuls, sie zurückzuziehen, spürte er sehr wohl, aber sie ließ die Hand, wo sie war. Sie fühlte sich kalt an. ,,Lady ... das Shepperton Hotel existiert seit mehr als siebzig Jahren nicht mehr", sagte er betont langsam und gab sich Mühe, nicht in den an den Docks üblichen Cockney-Slang zu verfallen, den er sich in den letzten Jahren angeeignet hatte. Er wollte, dass auch eine höchstwahrscheinlich verrückt gewordene Französin seinen Worten folgen konnte. ,,Das Hotel fiel im Krieg den deutschen Luftangriffen zum Opfer und wurde nie wieder eröffnet. Dies ist nun ein ganz normales Wohnhaus." Spencer zögerte ein wenig, und da er den Eindruck hatte, dass seine Worte nicht so recht zu ihr durchdringen wollten, fügte er hinzu: ,,Es, äh ... es gibt hier kein Hotel mehr."
Dimensions
8 inches × 0.46 inches × 5 inches